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Warentarifnummer finden – mit Begründung und Dokumentation

Ermitteln Sie die passende Warentarifnummer für Ihr Produkt. Sie erhalten die für Ausfuhr, Intrastat oder Einfuhr benötigte Nummer mit nachvollziehbarer Begründung und Dokumentation.

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Für eine genauere Einreihung können Sie Produktbilder, PDFs, Produktlinks oder Excel-Dateien ergänzen.

Warentarifnummer einfach erklärt

Was ist eine Warentarifnummer?

Mit „Warentarifnummer“ werden im Alltag verschiedene Nummern zur zolltariflichen Einreihung bezeichnet. Welche Nummer Sie tatsächlich angeben, hängt vom Land und vom Zollverfahren ab.

Warentarifnummer, Warennummer und Zolltarifnummer werden häufig gleich verwendet. Fachlich entscheidend ist jedoch, ob Sie eine Nummer für Ausfuhr, Intrastat oder Einfuhr benötigen.

Für die richtige Nummer nennen Sie deshalb immer den Vorgang und das Bestimmungsland.

6, 8, 10 oder 11 Stellen

Welche Nummer brauchen Sie für welches Verfahren?

Für Ausfuhr und Intrahandelsstatistik wird die 8-stellige Warennummer verwendet. Bei der Einfuhr nach Deutschland geben Sie immer die 11-stellige Codenummer an – den 10-stelligen TARIC-Code plus eine nationale Stelle.

Welche Stellen der Zolltarifnummer gebraucht werden: Ausfuhranmeldung 8 Stellen, Intrastat-Meldung 8 Stellen, Einfuhranmeldung in Deutschland 11 Stellen – am Beispiel 8413 50 80 90 0.
VerfahrenBezeichnungLängeEinordnung
Internationale EinordnungHS-Code6 StellenGemeinsame internationale Grundlage, noch keine vollständige EU-Anmeldung
Ausfuhr und IntrahandelsstatistikWarennummer (KN)8 StellenWarennummer der Kombinierten Nomenklatur
Einfuhr in die Europäische UnionTARIC-Code10 StellenEU-Unterteilung für zolltarifliche und handelspolitische Maßnahmen
Einfuhr in DeutschlandCodenummer (Zolltarifnummer)11 StellenIn der Einfuhranmeldung immer 11 Stellen: 10 Stellen TARIC plus eine nationale Stelle

Was ist eine statistische Warennummer?

Die statistische Warennummer ist die 8-stellige Unterposition der Kombinierten Nomenklatur. Sie wird unter anderem für Ausfuhranmeldungen und Intrastat-Meldungen verwendet. Für die Einfuhranmeldung kommen die TARIC-Stellen und eine nationale Stelle hinzu – zusammen 11 Stellen.

Was bedeutet die Stellenzahl für Ihre Anmeldung?

Eine längere Nummer ist nicht automatisch richtiger. Maßgeblich sind das konkrete Verfahren, das Zollgebiet und die aktuelle Unterteilung der Ware. Prüfen Sie daher immer, ob Sie den HS-Code finden, eine Warennummer, den TARIC-Code oder eine zusätzliche nationale Stelle angeben müssen.

Vom Kapitel zur nationalen Unterteilung

So ist die Nummernhierarchie aufgebaut

Jede zusätzliche Stelle verfeinert die Einreihung. Die ersten 6 Stellen sind international abgestimmt, die weiteren Unterteilungen gelten für EU- und nationale Verfahren.

1–2

Kapitel

Ordnet die Ware einer übergeordneten Warengruppe zu.

3–4

Position

Beschreibt die Ware innerhalb des Kapitels genauer.

5–6

HS-Unterposition

Hier endet der international abgestimmte HS-Code.

7–8

KN-Unterposition

EU-Erweiterung für Zolltarif und Außenhandelsstatistik.

9–10

TARIC-Unterposition

Ergänzt die KN für Maßnahmen bei der Einfuhr in die EU.

11

Nationale Unterteilung

Wird in Deutschland nur verwendet, wenn der EZT sie für die Einfuhr vorsieht.

Nicht jede Ware ist bis zur elften Stelle sachlich unterteilt. Maßgeblich ist immer der aktuelle Tarifbaum im jeweiligen Anmeldeverfahren.

Primärquellen

Amtliche Quellen und Verzeichnisse

Nutzen Sie für die abschließende Prüfung aktuelle amtliche Quellen. Sie enthalten die gültigen Positionstexte, Anmerkungen, Unterteilungen und Verfahrenshinweise. Unser Leitfaden zum EZT-Online erklärt die amtliche Recherche und die Unterschiede zu einer begründeten Einreihung.

Länderspezifische Erweiterungen

Wie heißt die Warentarifnummer in anderen Ländern?

Die ersten 6 Stellen folgen dem Harmonisierten System. Danach verwenden Staaten und Zollgebiete eigene Bezeichnungen und Unterteilungen.

Land oder GebietBezeichnungStellenQuelle
DeutschlandWarennummer / Codenummer der Einfuhr8 (Ausfuhr) / 11 (Einfuhr)EZT-Online
Europäische UnionKN / TARIC8 / 10EU TARIC
SchweizZolltarifnummer (Tares)8Tares
USAHTSUS Number10USITC HTS
GroßbritannienCommodity Code10UK Trade Tariff
Prüfung vor der Anmeldung

Fünf typische Begriffs- und Anwendungsfehler

Die meisten Missverständnisse entstehen durch eine falsche Stellenzahl, eine ungeprüfte Übernahme oder eine zu allgemeine Produktbeschreibung.

  1. 1

    Warentarifnummer immer mit 11 Stellen gleichsetzen

    Die amtlich benötigte Länge ergibt sich aus Verfahren und Land. Für Ausfuhr und Intrastat ist in der EU regelmäßig die 8-stellige Warennummer maßgeblich.

  2. 2

    Einen 6-stelligen HS-Code als vollständige Anmeldung verwenden

    Der HS-Code ist die gemeinsame Basis. Für EU-Verfahren werden regelmäßig zusätzliche KN- oder TARIC-Stellen benötigt.

  3. 3

    Länderbezogene Erweiterungen übertragen

    US-amerikanische, Schweizer oder britische Nummern können nach der sechsten Stelle anders aufgebaut sein als die EU-Unterteilung.

  4. 4

    Nur den Produktnamen vergleichen

    Material, Funktion, Zusammensetzung und Bearbeitungszustand entscheiden über die Einreihung, nicht die Handelsbezeichnung allein.

  5. 5

    Eine alte Nummer ungeprüft weiterverwenden

    Die Kombinierte Nomenklatur wird jährlich aktualisiert. Prüfen Sie Bestandsnummern gegen das für das Anmeldejahr gültige Verzeichnis.

Eine veröffentlichte vZTA kann die Abgrenzung unterstützen. Verbindlich für Ihr Unternehmen ist nur eine eigene vZTA für die konkret beschriebene Ware.

Amtliche Rechtsgrundlagen

Was außer dem Wortlaut über die Warentarifnummer entscheidet

Eine Nummer aus der Lieferantenrechnung oder aus dem Vorjahr ist keine Begründung. Vor dem Ergebnis schlägt die Prüfung nach, was für Ihre Ware sonst noch gilt: gesetzliche Anmerkungen, Einreihungsverordnungen der EU, Rechtsprechung und – bei chemischen Erzeugnissen – das europäische Stoffverzeichnis.

Was neben dem Wortlaut über die Zolltarifnummer entscheidet: Positionen und Unterpositionen, Anmerkungen zu Abschnitt und Kapitel, Einreihungsverordnungen der EU, Urteile des EuGH und Erläuterungen zur KN fließen in eine Begründung mit Fundstelle, Quelle, Datum und Link zur amtlichen Fassung.
Recherche · amtliche Quellen
5 Schritte
  1. Schritt 01

    Anmerkungen prüfen

    Anmerkungen zu Abschnitt und Kapitel

    Die gesetzlichen Anmerkungen der Kombinierten Nomenklatur entscheiden mit: Sie weisen eine Ware einem Kapitel zu oder schließen sie daraus aus. Wir schlagen die einschlägigen Anmerkungen im Wortlaut nach und zitieren sie mit Fundstelle in der Begründung – etwa Anmerkung 2 zu Abschnitt XVI, wenn es um Teile von Maschinen geht.

  2. Schritt 02

    Verordnungen prüfen

    Einreihungsverordnungen der EU

    Hat die EU-Kommission eine vergleichbare Ware bereits per Durchführungsverordnung eingereiht, ist diese Einreihung bindend. Wir gleichen Ihre Ware gegen die veröffentlichten Einreihungsverordnungen ab – mit sachlichem und zeitlichem Anwendungsbereich und mit Link ins EU-Amtsblatt.

  3. Schritt 03

    Rechtsprechung prüfen

    Urteile des Europäischen Gerichtshofs

    Der EuGH legt Positionswortlaute verbindlich aus. Wir prüfen, ob ein Rechtssatz auf die entscheidenden Merkmale Ihrer Ware passt, und übernehmen ihn nur dann – mit Aktenzeichen und Fundstelle statt aus dem Gedächtnis.

  4. Schritt 04

    Erläuterungen und weitere Quellen prüfen

    KN-Erläuterungen, Stellungnahmen des Ausschusses

    Erläuterungen zur Kombinierten Nomenklatur und Stellungnahmen des Zollkodex-Ausschusses sind Auslegungshilfen. Sie stützen die Abgrenzung dort, wo der Positionswortlaut allein sie nicht trägt – und sie stehen im Nachweis als das, was sie sind: Auslegung, nicht Gesetz.

  5. Schritt 05

    Stoffe prüfen

    ECICS – Zollinventar chemischer Erzeugnisse

    Steht eine CAS- oder CUS-Nummer in Ihren Daten, oder nennen Sie einen Stoffnamen, gleichen wir sie gegen das europäische Zollinventar chemischer Erzeugnisse ab. Reinstoff, Lösung, Zubereitung und Aufmachung bleiben dabei getrennt beurteilt: dieselbe CAS-Nummer bedeutet nicht dieselbe Einreihung.

Jede Fundstelle steht mit Wortlaut, Quelle und Datum im Ergebnis und im PDF – der Beleg, wenn der Zoll fragt, und die Grundlage für die Korrektur einer falschen Nummer.

Sammelsuche, Produktstamm und Export

Viele Produkte, ein Ablauf: von der Handelsrechnung bis zum Export

Neue Lieferung, neue Produktlinie, Zollprüfung: Der Bedarf kommt in Wellen. Die Sammelsuche verarbeitet ganze Listen, der Produktstamm hält Artikelnummern und Zolltarifnummern zusammen, und Exporte liefern die Daten so, wie Zollakte, ERP und Kollegen sie brauchen.

  • Sammelsuche und Import

    Mehrere Produkte in einem Auftrag, eingetippt oder aus Rechnung, Excel und CSV importiert. Jede Position erhält eine eigene Einreihung mit Begründung; der Auftrag trägt Ihre Referenz.

    Sammelsuche ansehen

    Läuft im Hintergrund weiter; E-Mail bei Rückfragen und Abschluss

  • Produktstamm und Artikelnummer

    Produkte anlegen oder per CSV übernehmen und die Suche direkt aus dem Stamm starten. Ihre Artikelnummer steht am Ergebnis, im PDF-Bericht und im Export.

    Produktstamm ansehen

    Ein Klick: alle offenen Produkte einreihen

  • Suchverlauf, Export und PDF

    Alle Suchen in einer Übersicht mit Filtern und Ordnern. Spalten festlegen, als Excel oder CSV exportieren, PDF-Berichte für Zollakte und Freigabe.

    Nachweis und Export ansehen

    Excel · CSV · PDF

Ohne Abo: Ein Suchkontingent für Einzel- und Sammelsuche, gemeinsam im Team nutzbar.Zollsoftware im ÜberblickMehrere Produkte eingeben
Häufige Fragen

FAQ zur Warentarifnummer

Was ist eine Warentarifnummer?

Warentarifnummer ist ein gebräuchlicher Sammelbegriff für Nummern, mit denen Waren im Außenhandel eingereiht werden. Die amtliche Bezeichnung hängt vom Verfahren ab. Für Ausfuhr und Intrahandelsstatistik wird die 8-stellige Warennummer der Kombinierten Nomenklatur verwendet. Bei der Einfuhr können der 10-stellige TARIC-Code und in Deutschland eine zusätzliche nationale Stelle relevant sein.

Sind Warentarifnummer und Zolltarifnummer das Gleiche?

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Warentarifnummer und Zolltarifnummer häufig gleich verwendet. Fachlich sollte jedoch das Verfahren genannt werden, weil sich daraus die benötigte Nummer ergibt. Gemeint sein können der 6-stellige HS-Code, die 8-stellige Warennummer, der 10-stellige TARIC-Code oder eine zusätzliche nationale Stelle für die deutsche Einfuhranmeldung. Der Begriff allein legt daher keine bestimmte Stellenzahl fest.

Wie viele Stellen hat eine Warentarifnummer?

Die Stellenzahl richtet sich nach Land und Zweck. Der internationale HS-Code hat 6 Stellen. In der EU umfasst die Warennummer der Kombinierten Nomenklatur 8 Stellen, der TARIC-Code 10 Stellen. Bei der Einfuhr in Deutschland kann eine zusätzliche nationale Stelle hinzukommen. Für Ausfuhranmeldungen und Intrastat wird regelmäßig die 8-stellige Warennummer verwendet.

Was ist der Unterschied zwischen HS-Code und Warentarifnummer?

Der HS-Code besteht aus den ersten 6 Stellen und wird international abgestimmt. Nationale und regionale Zolltarife bauen darauf auf und ergänzen weitere Stellen. Eine Warentarifnummer kann deshalb den HS-Code enthalten, geht für eine konkrete EU-Anmeldung aber häufig darüber hinaus. Bei der Übernahme eines ausländischen Codes sollten nur die ersten 6 Stellen als gemeinsame Grundlage betrachtet werden.

Wo finde ich die Warentarifnummer für ein Produkt?

Für Deutschland können Sie im EZT-Online recherchieren. Die EU stellt TARIC und die Kombinierte Nomenklatur bereit, Destatis veröffentlicht das Warenverzeichnis für die Außenhandelsstatistik. Für eine belastbare Zuordnung benötigen Sie eine genaue Warenbeschreibung mit Material, Funktion, Zusammensetzung und Bearbeitungszustand. Ein Produktname oder eine Nummer des Lieferanten reicht für die Prüfung oft nicht aus.

Welche Nummer brauche ich bei Ausfuhr und Einfuhr?

Bei der Ausfuhr aus Deutschland wird regelmäßig die 8-stellige Warennummer der Kombinierten Nomenklatur angemeldet. Bei der Einfuhr in die EU ist der TARIC mit 10 Stellen die maßgebliche EU-Unterteilung. In Deutschland kann eine zusätzliche nationale Stelle erforderlich sein. Prüfen Sie das konkrete Verfahren und die aktuelle Unterteilung im EZT-Online, bevor Sie die Anmeldung abgeben.

Kann ich die Warentarifnummer meines Lieferanten übernehmen?

Die Nummer des Lieferanten kann ein Hinweis sein, sollte aber nicht ungeprüft übernommen werden. Die ersten 6 Stellen können international übereinstimmen, während weitere Stellen vom Zolltarif des Ausfuhr- oder Einfuhrlandes abhängen. Außerdem kann die Warenbeschreibung des Lieferanten unvollständig sein. Der Anmelder bleibt für die verwendete Einreihung verantwortlich und sollte Merkmale, Quellen und Abgrenzung dokumentieren.

Wie heißt Warentarifnummer oder Zolltarifnummer auf Englisch?

Die passende englische Bezeichnung hängt vom Kontext ab. Für die international einheitlichen ersten 6 Stellen wird meist „HS code“ verwendet. „Commodity code“ bezeichnet häufig den für eine konkrete Anmeldung benötigten Code, während „customs tariff number“ eine verständliche Übersetzung von Zolltarifnummer ist. Auf Rechnungen und gegenüber Geschäftspartnern sollten Sie zusätzlich Land und benötigte Stellenzahl nennen.
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