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Kostenlose vZTA Datenbank Abfrage

Finden Sie relevante verbindliche Zolltarifauskünfte aus der vZTA-Datenbank. Prüfen Sie, wie ähnliche Waren eingereiht wurden, und sichern Sie Ihre Zollanmeldung ab.

Wichtig: Eine genaue Beschreibung verbessert die Suchergebnisse deutlich.

Kostenlos und ohne Registrierung nutzbar.

EU-weit gültig
3 Jahre Bindungswirkung
Über 1 Mio. vZTA-Entscheidungen
Verbindliche Zolltarifauskunft einfach erklärt

Was ist eine vZTA? - Definition und Rechtsgrundlage

Die verbindliche Zolltarifauskunft (vZTA) ist eine rechtsverbindliche Entscheidung der Zollbehörde über die zolltarifliche Einreihung einer bestimmten Ware. Sie legt fest, welche Zolltarifnummer für ein konkretes Produkt gilt. Diese Entscheidung bindet alle Zollbehörden in der gesamten Europäischen Union.

Der Antrag wird beim zuständigen Hauptzollamt gestellt. In Deutschland ist das Hauptzollamt Hannover die zentrale Stelle für alle vZTA-Anträge. Die Rechtsgrundlage bilden Art. 33-37 des Unionszollkodex (UZK, Verordnung (EU) Nr. 952/2013) und die dazugehörige Durchführungsverordnung (DVO) (EU) 2015/2447.

Eine vZTA wird für eine spezifische Ware erteilt, nicht für eine Warengruppe. Das bedeutet: Wenn Sie zehn verschiedene Produkte importieren, brauchen Sie theoretisch zehn separate vZTA-Entscheidungen. In der Praxis lohnt sich der Antrag vor allem für Waren, bei denen die korrekte Einreihung unklar oder strittig ist.

Die vZTA-Entscheidung enthält:

  • Referenznummer (z.B. DEBTI-12345-24-1)
  • Warenbeschreibung
  • Einreihung mit Begründung (welche Allgemeine Vorschrift angewendet wurde)
  • Gültigkeitsdauer (3 Jahre ab Erteilung)
  • Ausstellende Behörde

vZTA vs. uvZTA - der entscheidende Unterschied

Die verbindliche Zolltarifauskunft (vZTA) hat Rechtsbindung: Der Zoll muss die festgelegte Einreihung akzeptieren. Die unverbindliche Zolltarifauskunft (uvZTA) dagegen ist nur eine Empfehlung. Sie bietet keine Rechtssicherheit und kann vom Zoll jederzeit abweichend beurteilt werden. Wer echte Sicherheit will, braucht die vZTA.

Wann lohnt sich eine verbindliche Zolltarifauskunft?

Wann brauchen Sie eine vZTA? - 5 typische Szenarien

Eine vZTA lohnt sich nicht für jede Ware. Der Antrag macht Sinn, wenn die Einreihung unklar ist oder wenn viel auf dem Spiel steht. Diese fünf Szenarien zeigen, wann Sie handeln sollten:

  • Neue Produkte importieren - Sie führen eine Ware erstmals ein und finden im Zolltarif keine eindeutige Position. Eine vZTA klärt die Einreihung verbindlich, bevor Sie die erste Sendung aufgeben.
  • Hohe Zollsatzunterschiede - Ihre Ware könnte unter Position A (0 % Zoll) oder Position B (12 % Zoll) fallen. Bei regelmäßigen Importen summieren sich die Unterschiede schnell. Die vZTA sichert den günstigeren Zollsatz ab.
  • Zoll hat Ihre Einreihung beanstandet - Der Zoll hat bei einer Prüfung Ihre bisherige Zolltarifnummer angezweifelt. Mit einer vZTA schaffen Sie Klarheit und vermeiden weitere Beanstandungen.
  • Antidumping- oder Schutzmaßnahmen - Ihre Ware fällt möglicherweise unter Antidumpingzölle. Eine vZTA stellt klar, ob die Maßnahmen greifen oder nicht. Das kann Tausende Euro pro Sendung ausmachen.
  • Compliance und Audits - Sie bereiten sich auf eine Zollprüfung vor oder wollen Ihr Zollmanagement professionalisieren. vZTA-Entscheidungen in der Dokumentation belegen, dass Sie die Einreihung sorgfältig geprüft haben.
Keine passende vZTA gefunden?

vZTA selbst beantragen: So funktioniert der Antrag

Wenn für Ihre Ware noch keine vZTA existiert, können Sie selbst eine beantragen. Der Antrag wird elektronisch über das Zoll-Portal gestellt und ist kostenlos.

Ablauf in 5 Schritten

  1. 1
    Im Zoll-Portal registrieren

    Konto auf www.zoll-portal.de anlegen (Elster-Zertifikat oder BundID)

  2. 2
    EORI-Nummer bereithalten

    Ohne EORI-Nummer kein Antrag möglich

  3. 3
    Warenbeschreibung vorbereiten

    Nach dem Prinzip "Was, Woraus, Wozu" beschreiben

  4. 4
    Antrag im Portal ausfüllen

    Formular ausfüllen und Unterlagen hochladen

  5. 5
    vZTA-Entscheidung erhalten

    Bearbeitungsdauer: bis zu 120 Tage, in der Praxis oft 6-12 Wochen

Voraussetzungen

  • EORI-Nummer (beim Hauptzollamt beantragen)
  • Zugang zum Bürger- und Geschäftskundenportal (BuG)
  • Elster-Zertifikat oder BundID zur Authentifizierung
  • Detaillierte Warenbeschreibung (Material, Funktion, Verwendungszweck)

vZTA-Antrag stellen

Der Antrag wird ausschließlich elektronisch über das Zoll-Portal gestellt. Zuständig ist das Hauptzollamt Hannover.

Zum Zoll-Portal (zoll-portal.de)

Tipp: Vor dem Antrag bestehende vZTA-Entscheidungen prüfen

Recherchieren Sie mit unserem Tool oben, ob für ähnliche Waren bereits vZTA-Entscheidungen vorliegen. Das gibt Ihnen eine Einschätzung, wie Ihre Ware voraussichtlich eingereiht wird, und hilft bei der Formulierung des Antrags.

Kosten, Bearbeitungsdauer und Gültigkeitsdauer

Kosten, Dauer und Gültigkeit der vZTA im Überblick

MerkmalDetails
KostenKostenlos - es fallen keine Gebühren für den Antrag an. Ausnahme: Wenn das Hauptzollamt externe Gutachten oder Laboruntersuchungen beauftragen muss, können Kosten entstehen. Diese werden vorab angekündigt.
BearbeitungsdauerRegulär bis zu 120 Tage (Art. 22 Abs. 3 UZK). In der Praxis oft 6-12 Wochen. Bei Rückfragen oder Warenproben kann es länger dauern.
Gültigkeit3 Jahre ab dem Datum der Erteilung (Art. 33 Abs. 3 UZK).
GeltungsbereichEU-weit bindend - alle Zollbehörden aller EU-Mitgliedstaaten müssen die Einreihung akzeptieren.
BindungswirkungDie vZTA bindet sowohl die Zollbehörden als auch den Inhaber der Entscheidung. Der Inhaber muss die Ware in Zollanmeldungen unter der festgelegten Nummer anmelden.
VerlängerungKeine automatische Verlängerung. Vor Ablauf muss ein neuer Antrag gestellt werden.
WiderrufMöglich bei Änderung des Zolltarifs, Änderung der Warenbeurteilung auf EU-Ebene oder bei falschen Angaben im Antrag.

Wann wird eine vZTA vorzeitig ungültig?

  • Änderung des Harmonisierten Systems (HS-Revision, zuletzt 2022)
  • Änderung der Kombinierten Nomenklatur (jährliche Aktualisierung)
  • Einreihungsverordnung der EU-Kommission, die eine abweichende Einreihung festlegt
  • Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) mit abweichender Einreihung

Wird die vZTA vorzeitig ungültig, gibt es eine Übergangsfrist von sechs Monaten. In dieser Zeit können bestehende Verträge und Lieferverpflichtungen noch unter der alten Einreihung abgewickelt werden (Art. 34 Abs. 9 UZK).

vZTA oder uvZTA - was ist besser?

vZTA vs. uvZTA: Verbindliche oder unverbindliche Auskunft?

Viele Unternehmen stehen vor der Frage: Reicht eine unverbindliche Zolltarifauskunft (uvZTA), oder brauche ich die verbindliche Variante? Die Antwort hängt vom Risiko ab. Die unverbindliche Auskunft ist schneller, aber wertlos, wenn es zum Streit kommt.

MerkmalvZTA (verbindlich)uvZTA (unverbindlich)
Rechtsbindung
Ja - bindet alle EU-Zollbehörden und den Inhaber
Nein - nur eine Empfehlung, keine Bindungswirkung
Antragstellung
Elektronisch über das Zoll-Portal (BuG)
Formlos per E-Mail oder Telefon beim zuständigen Hauptzollamt
Bearbeitungsdauer
Bis zu 120 Tage
Wenige Tage bis Wochen
Kosten
Kostenlos (Ausnahme: Laboruntersuchungen)
Kostenlos
Gültigkeit
3 Jahre, EU-weit
Keine feste Gültigkeit, kann jederzeit widerrufen werden
Schutz bei Zollprüfung
Ja - Zoll muss die Einreihung akzeptieren
Nein - Zoll kann jederzeit abweichen
EBTI-Datenbank
Ja - wird dort veröffentlicht
Nein - wird nicht erfasst
Empfohlen für
Regelmäßige Importe, hohe Zollsätze, strittige Einreihungen
Einmalige Sendungen, Vorabeinschätzung, niedrige Zollsätze

Fazit: Wer regelmäßig importiert oder bei dem viel Geld auf dem Spiel steht, sollte die vZTA beantragen. Die uvZTA taugt nur als schnelle Vorabeinschätzung.

EBTI-Datenbank der EU durchsuchen

EBTI-Datenbank: So finden Sie bestehende vZTA-Entscheidungen

Die EBTI-Datenbank (European Binding Tariff Information) enthält alle erteilten vZTA-Entscheidungen der EU-Mitgliedstaaten. Sie wird von der EU-Kommission betrieben und ist öffentlich zugänglich.

Die Datenbank ist ein wertvolles Recherche-Tool, weil sie zeigt, wie ähnliche Waren in der Vergangenheit eingereiht wurden. Das hilft bei zwei Fragen:

  • Vor dem vZTA-Antrag: Wie wurden ähnliche Waren eingereiht? Gibt es ein Muster?
  • Vor der Zollanmeldung: Gibt es eine bestehende vZTA, die Ihre Einreihung stützt?

So nutzen Sie die EBTI-Datenbank:

  1. Rufen Sie die Abfrageseite der EU-Kommission auf
  2. Geben Sie einen Suchbegriff (Warenbezeichnung) ein oder filtern Sie nach Warennummer
  3. Wählen Sie optional das ausstellende Land und den Gültigkeitszeitraum
  4. Die Ergebnisliste zeigt alle passenden vZTA-Entscheidungen mit Referenznummer, Warenbezeichnung und Einreihung

Unser vZTA-Tool macht die Suche einfacher

Die offizielle EBTI-Oberfläche der EU ist technisch veraltet und schwer zu bedienen. Unser Tool oben auf der Seite durchsucht dieselben Daten, liefert aber eine benutzerfreundliche Darstellung mit Relevanz-Sortierung. Geben Sie einfach Ihren Produktnamen und eine kurze Beschreibung ein.

Achtung: Die EBTI-Datenbank enthält nur verbindliche Zolltarifauskünfte. Unverbindliche Auskünfte werden dort nicht erfasst. Eine vZTA aus der Datenbank gilt nur für die konkret beschriebene Ware. Sie können daraus keine Analogieschlüsse für Ihre eigene Ware ableiten, aber sie gibt eine starke Indikation.

Diese Fehler vermeiden

5 häufige Fehler beim vZTA-Antrag - und wie Sie sie vermeiden

  1. 1

    Zu vage Warenbeschreibung

    Der häufigste Fehler. "Kunststoffteile" oder "Elektronikbauteile" reicht nicht. Beschreiben Sie Material, Abmessungen, Funktion und Verwendungszweck so detailliert wie möglich. Faustregel: Ein Zollbeamter, der die Ware nie gesehen hat, muss sie anhand Ihrer Beschreibung eindeutig identifizieren können.

  2. 2

    EBTI-Datenbank nicht geprüft

    Wer den Antrag stellt ohne vorher die EBTI-Datenbank zu konsultieren, verschenkt wertvolle Informationen. Bestehende Entscheidungen zeigen, wie ähnliche Waren eingereiht wurden, und helfen bei der Argumentation.

  3. 3

    Keine ergänzenden Unterlagen beigefügt

    Datenblätter, Produktfotos, Zeichnungen und Analysezertifikate beschleunigen die Bearbeitung und reduzieren Rückfragen. Je besser die Dokumentation, desto schneller die Entscheidung.

  4. 4

    Mehrere Waren in einem Antrag

    Jeder vZTA-Antrag betrifft genau eine Ware. Wer mehrere Produkte in einem Antrag zusammenfasst, bekommt eine Ablehnung oder wird aufgefordert, separate Anträge zu stellen.

  5. 5

    Antrag zu spät gestellt

    Die Bearbeitungsdauer beträgt bis zu 120 Tage. Wer die vZTA erst beantragt, wenn die erste Lieferung schon unterwegs ist, hat ein Problem. Stellen Sie den Antrag frühzeitig, idealerweise vor der ersten Bestellung.

Profi-Tipp: Das Was-Woraus-Wozu-Prinzip

Beschreiben Sie Ihre Ware immer nach drei Kriterien: Was ist es (Produkttyp, Funktion)? Woraus besteht es (Material, Zusammensetzung)? Wozu dient es (Verwendungszweck, Einsatzgebiet)? Dieses Prinzip orientiert sich an den Allgemeinen Vorschriften (AV) für die Auslegung des Harmonisierten Systems und liefert dem Zoll genau die Informationen, die er für die Einreihung braucht.

vZTA in ATLAS und der Zollanmeldung

So geben Sie die vZTA in der Zollanmeldung an

Wer eine gültige vZTA besitzt, muss sie in jeder Zollanmeldung angeben. Das geschieht über spezielle Codierungen im ATLAS-System (Automatisiertes Tarif- und Lokales Zollabwicklungssystem).

Codierung in der Zollanmeldung:

  • Feld "Unterlage" im ATLAS-System
  • Code C626 für vZTA-Entscheidungen
  • Referenznummer der vZTA eintragen (z.B. DEBTI-12345-24-1)

Die Angabe der vZTA in der Zollanmeldung ist Pflicht, wenn Sie eine gültige Entscheidung besitzen (Art. 33 Abs. 3 UZK). Geben Sie die vZTA nicht an, verlieren Sie den Schutz der Bindungswirkung.

Wichtig: Die vZTA bindet auch Sie

Die Bindungswirkung gilt in beide Richtungen. Der Zoll muss Ihre Einreihung akzeptieren, aber Sie müssen die Ware auch unter der festgelegten Nummer anmelden. Weichen Sie davon ab, riskieren Sie Sanktionen. Wenn Sie glauben, dass die vZTA-Einreihung falsch ist, müssen Sie zuerst Rechtsmittel einlegen (Einspruch), bevor Sie eine andere Nummer verwenden.

Einspruch gegen eine vZTA

Einspruch gegen die vZTA: Ihre Rechtsmittel

Sind Sie mit der Einreihung in Ihrer vZTA-Entscheidung nicht einverstanden? Dann stehen Ihnen Rechtsmittel offen.

Schritt 1: Einspruch beim Hauptzollamt

Gegen die vZTA-Entscheidung können Sie innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Einspruch einlegen (§ 347 AO). Der Einspruch wird beim Hauptzollamt Hannover eingelegt und ist formfrei möglich.

Schritt 2: Klage beim Finanzgericht

Wird der Einspruch abgelehnt, können Sie innerhalb eines Monats Klage beim zuständigen Finanzgericht erheben. In letzter Instanz entscheidet der Bundesfinanzhof (BFH).

Schritt 3: Vorläufiger Rechtsschutz

Sie können einen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung stellen (§ 361 AO). Dann wird die vZTA während des Einspruchsverfahrens nicht angewendet.

Die Praxis zeigt: Ein gut begründeter Einspruch mit fachlichen Argumenten, Produktproben und Verweisen auf andere vZTA-Entscheidungen hat gute Erfolgschancen. Bei komplexen Fällen empfiehlt sich die Unterstützung durch einen auf Zollrecht spezialisierten Rechtsanwalt.

Häufige Fragen zur vZTA

Häufig gestellte Fragen zur verbindlichen Zolltarifauskunft

Was ist eine vZTA?

Die vZTA (verbindliche Zolltarifauskunft) ist eine rechtsverbindliche Entscheidung der Zollbehörde über die Einreihung einer bestimmten Ware in den Zolltarif. Sie wird auf Antrag erteilt, gilt drei Jahre und ist EU-weit für alle Zollbehörden bindend. Rechtsgrundlage sind die Art. 33-37 des Unionszollkodex (UZK).

Wofür steht die Abkürzung vZTA?

vZTA steht für "verbindliche Zolltarifauskunft". International wird die englische Bezeichnung BTI (Binding Tariff Information) verwendet. In der EBTI-Datenbank der EU finden Sie vZTA-Entscheidungen unter beiden Bezeichnungen.

Was kostet eine vZTA?

Der Antrag auf eine vZTA ist kostenlos. Es fallen keine Gebühren an. Nur in Ausnahmefällen, wenn das Hauptzollamt externe Gutachten oder Laboranalysen beauftragen muss, können Kosten entstehen. Diese werden Ihnen vorher mitgeteilt.

Wie lange dauert die Bearbeitung einer vZTA?

Die gesetzliche Bearbeitungsfrist beträgt 120 Tage (Art. 22 Abs. 3 UZK). In der Praxis liegt die Bearbeitungsdauer bei 6-12 Wochen. Bei Rückfragen, notwendigen Warenproben oder komplexen Einreihungen kann es länger dauern.

Wie lange ist eine vZTA gültig?

Eine vZTA gilt drei Jahre ab dem Datum der Erteilung (Art. 33 Abs. 3 UZK). Sie kann vorzeitig ungültig werden, wenn sich der Zolltarif ändert oder eine EU-Einreihungsverordnung eine andere Einreihung festlegt. In diesem Fall gibt es eine Übergangsfrist von sechs Monaten.

Wo beantrage ich eine vZTA?

Seit Oktober 2019 läuft der Antrag ausschließlich elektronisch über das Bürger- und Geschäftskundenportal (BuG) des Zolls unter www.zoll-portal.de. Zuständig für die Bearbeitung ist das Hauptzollamt Hannover. Sie brauchen eine EORI-Nummer und ein Elster-Zertifikat oder eine BundID.

Was ist der Unterschied zwischen vZTA und uvZTA?

Die vZTA (verbindliche Zolltarifauskunft) hat Rechtsbindung: Alle EU-Zollbehörden müssen die Einreihung akzeptieren. Die uvZTA (unverbindliche Zolltarifauskunft) ist nur eine Empfehlung ohne rechtliche Bindung. Der Zoll kann bei einer uvZTA jederzeit eine andere Einreihung vornehmen.

Gilt eine vZTA in der gesamten EU?

Ja. Eine vZTA, die von einem EU-Mitgliedstaat erteilt wurde, gilt in allen EU-Mitgliedstaaten. Eine deutsche vZTA ist also auch in Frankreich, Italien oder den Niederlanden bindend. Voraussetzung: Die Ware muss der in der vZTA beschriebenen Ware entsprechen.

Was ist die EBTI-Datenbank?

Die EBTI-Datenbank (European Binding Tariff Information) ist die öffentliche Datenbank der EU-Kommission, in der alle erteilten vZTA-Entscheidungen gespeichert sind. Sie ist kostenlos zugänglich und hilft bei der Recherche, wie ähnliche Waren eingereiht wurden. Unser Tool oben durchsucht diese Daten benutzerfreundlich für Sie.

Kann eine vZTA widerrufen werden?

Ja. Eine vZTA kann vorzeitig ungültig werden, wenn sich der Zolltarif ändert (z.B. bei einer HS-Revision), wenn die EU-Kommission eine Einreihungsverordnung erlässt oder wenn der Europäische Gerichtshof eine abweichende Einreihung festlegt. Auch bei falschen Angaben im Antrag kann die vZTA widerrufen werden.

Brauche ich eine EORI-Nummer für den vZTA-Antrag?

Ja. Ohne EORI-Nummer können Sie sich nicht im Zoll-Portal registrieren und keinen vZTA-Antrag stellen. Die EORI-Nummer beantragen Sie beim zuständigen Hauptzollamt oder online über das Zoll-Portal.

Welche Unterlagen brauche ich für den vZTA-Antrag?

Sie brauchen eine detaillierte Warenbeschreibung (Material, Funktion, Verwendungszweck), Ihre EORI-Nummer und ergänzende Unterlagen wie Datenblätter, Produktfotos, technische Zeichnungen oder Analysezertifikate. Je vollständiger die Dokumentation, desto schneller die Bearbeitung.

Was passiert, wenn ich die vZTA in der Zollanmeldung nicht angebe?

Wenn Sie eine gültige vZTA besitzen, müssen Sie sie in jeder Zollanmeldung angeben (Art. 33 Abs. 3 UZK). Geben Sie die vZTA nicht an, verlieren Sie den Schutz der Bindungswirkung. Zudem drohen Sanktionen wegen fehlerhafter Zollanmeldung.

Kann ich gegen eine vZTA Einspruch einlegen?

Ja. Gegen die vZTA-Entscheidung können Sie innerhalb eines Monats Einspruch beim Hauptzollamt Hannover einlegen (§ 347 AO). Wird der Einspruch abgelehnt, steht Ihnen der Klageweg zum Finanzgericht offen. Während des Einspruchsverfahrens können Sie eine Aussetzung der Vollziehung beantragen.

Kann ich eine vZTA verlängern?

Nein. Eine automatische Verlängerung gibt es nicht. Vor Ablauf der dreijährigen Gültigkeit müssen Sie einen neuen vZTA-Antrag stellen. Planen Sie dafür genügend Vorlaufzeit ein, da die Bearbeitung bis zu 120 Tage dauern kann.

vZTA-Entscheidungen finden - schnell und benutzerfreundlich

Durchsuchen Sie bestehende vZTA-Entscheidungen mit unserem Tool. Geben Sie Ihren Produktnamen und eine kurze Beschreibung ein, und finden Sie relevante Einreihungen in Sekunden. Oder nutzen Sie unsere KI-gestützte Klassifizierung, um die passende Zolltarifnummer für Ihre Ware zu finden.