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Leitfaden14 Min. Lesezeit
Flagge Schweiz

Zoll Schweiz: Was Sie bei Export und Import zwischen Deutschland und der Schweiz wissen müssen

Die Schweiz ist kein EU-Mitglied und gilt zollrechtlich als Drittland. Wer Waren von Deutschland in die Schweiz liefert oder aus der Schweiz importiert, muss Zollanmeldungen, Ausfuhrbegleitdokumente und den Schweizer Zolltarif TARES beachten. Dieser Leitfaden erklärt beide Richtungen mit Rechenbeispielen, Schwellenwerten und Checklisten.

Tom Bössow
Tom Bössow·

Die Schweiz gehört zum Europäischen Freihandelsgebiet (EFTA), ist aber kein EU-Mitglied. Zollrechtlich gilt sie als Drittland. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner der Schweiz: 2024 exportierte Deutschland Waren im Wert von rund 67 Milliarden Euro in die Schweiz (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Trotz des Freihandelsabkommens zwischen der EU und der Schweiz fallen Zollanmeldungen, Dokumentationspflichten und je nach Ware auch Zollabgaben an. Der Warenverkehr läuft in der Praxis häufig über Speditionen, die die Zollabwicklung übernehmen. Die Verantwortung für die korrekte Zolltarifnummer und Dokumente bleibt beim Unternehmen. Dieser Leitfaden behandelt beide Richtungen: Ausfuhr von Deutschland in die Schweiz und Einfuhr aus der Schweiz nach Deutschland.

Hinweis

Dieser Leitfaden richtet sich an Unternehmen mit gewerblichem Warenverkehr. Für Privatpersonen (Reisefreigrenzen, Geschenksendungen) gelten vereinfachte Regeln. Die Schweiz verwendet ein eigenes Zolltarif-System (TARES), das sich von der EU-Nomenklatur unterscheidet.

Die Schweiz als Drittland: Warum Zoll anfällt

Der Handel mit der Schweiz ist zollrechtlich besonders, weil die Schweiz weder EU-Mitglied noch Teil der EU-Zollunion ist. Alle Warenlieferungen in die und aus der Schweiz müssen zollrechtlich angemeldet werden.

Die Schweiz ist kein EU-Mitglied und nicht Teil der EU-Zollunion
Alle Warenlieferungen müssen zollrechtlich angemeldet werden
Ein Freihandelsabkommen (seit 1972) ermöglicht Zollpräferenzen für viele Waren
Voraussetzung: Präferenznachweis per EUR.1 oder Ursprungserklärung auf der Rechnung
Ohne gültigen Präferenznachweis gelten die regulären MFN-Zollsätze

Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede zwischen EU-Binnenhandel und dem Warenverkehr mit der Schweiz:

Merkmal
DE DE → FR FR
EU-Binnenhandel
DE DE → CH CH
Drittland-Export
Zollanmeldung
Keine (Intrastat-Meldung ab Schwelle)Pflicht (Ausfuhr + Einfuhr)
Zollgebühren
KeineJe nach Ware und Präferenznachweis
Einfuhrumsatzsteuer
Keine (Reverse Charge)Schweizer MWST (8,1 %)
Zoll-Nummer
Zolltarifnummer (11-stellig)TARES (8-stellig)
Präferenzabkommen
Nicht nötig (freier Warenverkehr)EU-CH Freihandelsabkommen (1972)
Dokumente
HandelsrechnungHandelsrechnung + ABD + ggf. EUR.1

TARES: Der Schweizer Zolltarif erklärt

TARES ist das elektronische Zolltarif-System der Schweiz, betrieben vom Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG). TARES steht für „Tarif d'usage suisse“ (Schweizer Referenztarif) und ist das Pendant zum europäischen EZT-Online (Elektronischer Zolltarif).

Über TARES finden Unternehmen die Schweizer Zolltarifnummer, Zollansätze, Mehrwertsteuersätze und zusätzliche Maßnahmen für Import und Export. TARES ist kostenlos unter xtares.admin.ch abrufbar.

Unterschied zwischen Zolltarifnummer und TARES

Die ersten 6 Stellen basieren auf dem internationalen HS-Code (Harmonisiertes System) und sind identisch mit den ersten 6 Stellen der Zolltarifnummer. Ab Stelle 7 weicht die Schweiz vom EU-System ab: Die Schweiz verwendet eine eigene nationale Untergliederung. Im EU-System folgt auf den 6-stelligen HS-Code die Kombinierte Nomenklatur (KN, 8-stellig) und der TARIC (10-stellig). Im Schweizer System folgt die TARES-Nummer (8-stellig), die andere Unterpositionen als die KN haben kann.

MerkmalDE ZolltarifnummerCH TARES
Basis
HS-Code (6-stellig, WZO)HS-Code (6-stellig, WZO)
Erweiterungen
KN (8-stellig) + TARIC (10-stellig) + Zolltarifnummer (11-stellig)TARES (8-stellig)
Ab Stelle 7
EU-eigene UntergliederungCH-eigene Untergliederung
Betreiber
Deutscher ZollBAZG (Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit)
Online-Zugang
EZT-Onlinextares.admin.ch
Zollsatzart
Wertzoll (% vom Warenwert)Gewichtszoll (CHF pro 100 kg brutto)
Relevanz für DE-Unternehmen
Einfuhren in die EUAusfuhren in die Schweiz
Für deutsche Exporteure: Sie müssen die TARES-Nummer kennen, um Ihrem Schweizer Kunden den korrekten Zollsatz nennen zu können
Für den Export aus Deutschland genügt die 8-stellige Kombinierte Nomenklatur (KN) für die deutsche Ausfuhranmeldung
Die TARES-Nummer braucht der Schweizer Importeur für seine Zollanmeldung beim BAZG
Praxis-Tipp: Ermitteln Sie den 6-stelligen HS-Code Ihrer Ware und schlagen Sie dann in TARES die Schweizer Unterposition nach

Gewichtszoll vs. Wertzoll

Die Schweiz berechnet Zölle nicht als Prozentsatz vom Warenwert (Wertzoll), sondern als festen Betrag pro 100 kg Bruttogewicht (Gewichtszoll). Das bedeutet: Leichte, teure Waren (z. B. Elektronik) werden in der Schweiz oft günstiger verzollt als schwere, günstige Waren (z. B. Lebensmittel).

Ausfuhr von Deutschland in die Schweiz

Die Ausfuhr in die Schweiz ist der häufigste Anwendungsfall für deutsche Unternehmen. Deutschland exportierte 2024 Waren im Wert von rund 67 Milliarden Euro in die Schweiz.

Wann brauchen Sie ein Ausfuhrbegleitdokument (ABD)?

Das Ausfuhrbegleitdokument (ABD) ist die Bestätigung der elektronischen Ausfuhranmeldung im ATLAS-System. Es begleitet die Ware bis zur Ausgangszollstelle (Grenze Schweiz).

SendungswertPflicht?Verfahren
Bis 1.000 EUR und bis 1.000 kg
Keine Ausfuhranmeldung nötigFormlose Ausfuhr (Handelsrechnung genügt)
Über 1.000 EUR oder über 1.000 kg
Ausfuhranmeldung PflichtElektronisch über ATLAS → ABD wird erstellt
Unabhängig vom Wert
Pflicht bei genehmigungspflichtigen WarenDual-Use, Waffen, strategische Güter
Die Ausfuhranmeldung erfolgt elektronisch über das ATLAS-System des deutschen Zolls
Nach Annahme erzeugt ATLAS das Ausfuhrbegleitdokument (ABD) mit einer MRN (Movement Reference Number)
Das ABD muss die Ware bis zur Ausgangszollstelle an der Schweizer Grenze begleiten
In der Praxis übernimmt die Spedition die Ausfuhranmeldung in ATLAS

Rolle der Spedition bei der Ausfuhr

Die meisten Unternehmen beauftragen Speditionen mit dem Transport in die Schweiz (LKW ist der häufigste Transportmodus). Die Spedition benötigt für die Zollabwicklung folgende Unterlagen:

Handelsrechnung (Commercial Invoice)

Mit Warenbeschreibung, Warenwert, Empfänger

Packliste

Mit Gewichts- und Stückangaben

Zolltarifnummer der Ware

EU-Warennummer für die Ausfuhranmeldung

Ggf. Präferenznachweis

EUR.1 oder Ursprungserklärung auf der Rechnung

Ggf. Ausfuhrgenehmigung

Bei Dual-Use-Gütern

Kosten der Spedition für die Zollabwicklung: ca. 25–80 EUR pro Ausfuhranmeldung (je nach Anzahl der Positionen). Die Spedition gibt die Ausfuhranmeldung in ATLAS ab und erhält das ABD. Gute Speditionen, die diesen Prozess professionell umsetzen, sind Cargolo und Cargoboard. Weitere Informationen zum Ausfuhrverfahren finden Sie beim deutschen Zoll.

Präferenznachweis: zollfreie Lieferung in die Schweiz

Dank des EU-CH-Freihandelsabkommens können viele Waren zollfrei oder zollbegünstigt in die Schweiz eingeführt werden. Voraussetzung: Die Ware hat präferentiellen Ursprung in der EU.

Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 – bei Warenwert über 6.000 EUR, ausgestellt von der IHK oder dem Zoll
Ursprungserklärung auf der Rechnung – bei Warenwert bis 6.000 EUR oder bei ermächtigten Ausführern (ohne Wertgrenze)
Ohne Präferenznachweis zahlt der Schweizer Importeur den vollen MFN-Zollsatz

Verantwortung des Exporteurs

Auch wenn die Spedition die Zollanmeldung abgibt, bleibt die Verantwortung für die korrekte Zolltarifnummer und die Richtigkeit der Angaben beim exportierenden Unternehmen. Falsche Angaben können zu Bußgeldern führen (§ 382 AO, Ordnungswidrigkeiten im Zollbereich).

Einfuhr aus der Schweiz nach Deutschland

Die Schweiz ist Drittland. Lieferungen aus der Schweiz nach Deutschland unterliegen denselben Einfuhrregeln wie Importe aus jedem anderen Nicht-EU-Staat.

AbgabeBerechnungsgrundlageTypische HöheRechtsgrundlage
Zoll (Einfuhrzoll)
Zollwert × Zollsatz laut TARIC (EU-Datenbank)0 % bis 14 % (warenabhängig), bei gültigem Präferenznachweis oft 0 %Gemeinsamer Zolltarif der EU, Art. 56 UZK
(Zollwert + Zollbetrag) × 19 %19 % (ermäßigt: 7 %)§ 21 UStG
Anders als beim Import aus China gibt es bei Schweizer Waren dank Freihandelsabkommen häufig Zollfreiheit – wenn der Präferenzursprung belegt ist
Der Schweizer Lieferant muss eine Ursprungserklärung auf der Rechnung oder ein EUR.1-Dokument vorlegen
Die Einfuhrumsatzsteuer (19 %) fällt immer an, kann aber als Vorsteuer abgezogen werden
Die Einfuhranmeldung erfolgt über das ATLAS-System, in der Regel durch den Spediteur oder Zollagenten

Rechenbeispiel 1: Zollwertberechnung mit Präferenz

Einfuhr aus der Schweiz (mit Präferenznachweis)

Zollsatz mit Präferenz: 0 %

PositionWert
Warenwert (laut Rechnung, CHF umgerechnet in EUR)20.000,00 €
Frachtkosten bis EU-Grenze (LKW Zürich → Stuttgart)300,00 €
Versicherung50,00 €
Zollwert (CIF)20.350,00 €
Zollsatz (mit Präferenz: 0 %)0,00 €
EUSt-Bemessungsgrundlage20.350,00 €
EUSt (19 %)3.866,50 €
Gesamte Einfuhrabgaben3.866,50 €

Rechenbeispiel 2: Ohne Präferenz

Einfuhr aus der Schweiz (ohne Präferenznachweis)

Zollsatz ohne Präferenz (z. B. Maschinen): 6,5 %

PositionWert
Warenwert10.000,00 €
Fracht + Versicherung250,00 €
Zollwert (CIF)10.250,00 €
Zollsatz (ohne Präferenz, 6,5 %)666,25 €
EUSt-Bemessungsgrundlage10.916,25 €
EUSt (19 %)2.074,09 €
Gesamte Einfuhrabgaben2.740,34 €

Der Präferenznachweis kann bei Importen aus der Schweiz den Unterschied zwischen 0 % und mehreren Prozent Zoll ausmachen. Die korrekte EU-Zolltarifnummer bestimmt den Zollsatz. Anders als beim Import aus China profitieren Schweizer Waren vom Freihandelsabkommen. Bei Unsicherheit über die Einreihung können Sie eine verbindliche Zolltarifauskunft (vZTA) beantragen.

Zollgebühren und Abgaben im Überblick: Schweiz ↔ Deutschland

Die folgende Tabelle stellt die Abgaben in beide Richtungen gegenüber:

 
DE DE → CH CH
Schweizer Seite
CH CH → DE DE
Deutsche Seite
Zollsystem
TARES (Gewichtszoll, CHF/100 kg)EZT (Wertzoll, % vom Warenwert)
Zollsatz mit Präferenz
Oft 0 CHF (Freihandelsabkommen)Oft 0 % (Freihandelsabkommen)
Zollsatz ohne Präferenz
MFN-Satz laut TARESZollsatz laut EZT
Umsatzsteuer
Schweizer MWST: 8,1 %Deutsche EUSt: 19 %
Einfuhranmeldung nötig?
Ja (Schweizer Zoll, BAZG)Ja (deutscher Zoll, ATLAS)
Währung
CHFEUR
Bei Exporten in die Schweiz zahlt der Schweizer Importeur die Abgaben – nicht der deutsche Exporteur
Bei Importen aus der Schweiz zahlt das deutsche Unternehmen Zoll + EUSt beim deutschen Zoll
Kostentreiber CH-Seite: Gewichtszoll bei schweren Gütern + Schweizer MWST (8,1 %)
Kostentreiber DE-Seite: Wertzoll bei hochpreisigen Gütern + EUSt (19 %)

Zollrechner nutzen

Unser Zollrechner berechnet die Einfuhrabgaben für Importe aus der Schweiz nach Deutschland. Herkunftsland „Schweiz“ ist bereits vorausgewählt – geben Sie Warenwert, Zolltarifnummer und Frachtkosten ein.

Dokumente und Checkliste für den Warenverkehr mit der Schweiz

Checkliste Ausfuhr: DE DE → CH CH

EORI-Nummer

Pflicht für jede gewerbliche Zollanmeldung in der EU. Kostenlos beim IWM beantragen.

Handelsrechnung (Commercial Invoice)

Mit Warenbeschreibung, Stückzahl, Warenwert, Incoterms, Ursprungsland, UID-Nummer des Schweizer Empfängers.

Packliste

Detaillierte Aufstellung der Sendungsinhalte je Karton/Palette mit Gewichtsangaben.

EU-Zolltarifnummer

Die 8-stellige KN-Nummer für die Ausfuhranmeldung in ATLAS.

Ausfuhrbegleitdokument (ABD)

Wird automatisch von ATLAS erstellt (bei Sendungen über 1.000 EUR oder 1.000 kg).

Präferenznachweis

EUR.1-Bescheinigung (über 6.000 EUR) oder Ursprungserklärung auf der Rechnung (bis 6.000 EUR).

Ggf. Ausfuhrgenehmigung

Bei Dual-Use-Gütern, Waffen oder strategischen Gütern.

Checkliste Einfuhr: CH CH → DE DE

EORI-Nummer

Pflicht, wie bei der Ausfuhr.

Handelsrechnung

Vom Schweizer Lieferanten mit Warenbeschreibung, Warenwert in CHF, Ursprungsland.

Frachtbrief / CMR

Transportdokument des Spediteurs.

Zolltarifnummer

Die 11-stellige Zolltarifnummer für die Einfuhranmeldung.

Präferenznachweis vom Schweizer Lieferanten

EUR.1 oder Ursprungserklärung, um Zollpräferenz zu erhalten.

Zollanmeldung (ATLAS)

Elektronisch, in der Regel durch den Spediteur/Zollagenten.

Tipp

Die meisten Unternehmen beauftragen einen Spediteur oder Zollagenten mit der Zollabwicklung. Die Kosten liegen bei ca. 25–80 EUR pro Anmeldung. Auch mit Spediteur liegt die Verantwortung für die korrekte Zolltarifnummer und die Dokumente beim Unternehmen.

Häufige Fehler beim Warenverkehr mit der Schweiz

Diese Fehler führen regelmäßig zu Nachzahlungen, Verzögerungen oder Bußgeldern:

FehlerFolgeSo vermeiden Sie ihn
Keinen Präferenznachweis mitgeliefert
Schweizer Importeur zahlt vollen Zoll statt 0 %
EUR.1 oder Ursprungserklärung immer beilegen
TARES-Nummer nicht geprüft
Schweizer Kunde kann Zollkosten nicht kalkulieren
Zolltarifnummer ermitteln
Ausfuhranmeldung vergessen (über 1.000 EUR)
Ordnungswidrigkeit nach § 382 AO, Bußgeld bis 5.000 EUR
Schwellenwert 1.000 EUR / 1.000 kg beachten
Falsche Zolltarifnummer in der Ausfuhranmeldung
Rückfragen vom Zoll, Verzögerung, mögliche Nacherhebung
Zolltarifnummer vorab mit KI-Tool oder EZT-Online prüfen
Schweizer MWST-Nummer (UID) fehlt auf der Rechnung
Probleme bei der Schweizer Einfuhranmeldung
UID-Nummer des Empfängers immer eintragen
Warenwert zu niedrig deklariert
Strafverfahren wegen Zollhinterziehung
Tatsächlichen Transaktionswert angeben
Incoterms nicht eindeutig vereinbart
Streit über Zollkosten und Verantwortung
DDP, DAP oder FCA eindeutig im Vertrag festlegen

Transportwege zwischen Deutschland und der Schweiz

Die kurze Distanz zwischen Deutschland und der Schweiz macht den LKW-Transport zum mit Abstand häufigsten Transportmodus. Die Abfertigung erfolgt an den Grenzzollstellen (z. B. Basel/Weil am Rhein, Konstanz, Waldshut, Lörrach).

LKW-Transport ist der häufigste Modus – dichte Infrastruktur, kurze Distanzen
Abfertigung an Grenzzollstellen: Basel/Weil am Rhein, Konstanz, Waldshut, Lörrach
Bei Stückgut und Paketen übernehmen Paketdienste (DHL, UPS, FedEx) oft die Sammelzollanmeldung
Bahnfracht ist eine Option für größere Mengen (z. B. Basel SBB, Grenzbahnhöfe)
Paketdienste verlangen häufig eine Servicepauschale für die Verzollung (ca. 10–25 EUR)

Die Spedition benötigt alle Dokumente rechtzeitig vor Verladung. Bei regelmäßigen Sendungen kann ein vereinfachtes Verfahren (zugelassener Versender/Empfänger) beantragt werden.

Besondere Regelungen für häufig gehandelte Waren

Maschinen und Industriegüter

  • In der Regel zollfrei bei Präferenznachweis
  • CE-Kennzeichnung in der Schweiz anerkannt (MRA)
  • Maschinenrichtlinie beachten, Konformitätserklärung beilegen

Pharma und Chemie

  • Starker Handelspartner (Basel = Pharma-Standort)
  • Besondere Einfuhrvorschriften für Arzneimittel (Swissmedic)
  • REACH gilt nicht in der Schweiz, aber eigene ChemV

Lebensmittel und Agrarprodukte

  • Schweiz schützt Landwirtschaft stark: Hohe Agrarzölle
  • Einfuhrkontingente für Fleisch, Milchprodukte, Wein
  • Gewichtszölle bei Lebensmitteln oft empfindlich hoch

Fahrzeuge und Ersatzteile

  • Automobilzulieferer profitieren vom Freihandelsabkommen
  • Fahrzeug-Einzeleinfuhr: Schweizer COC-Papiere prüfen

Elektrogeräte und IT

  • Viele IT-Produkte zollfrei (ITA-Abkommen)
  • CE-Markierung weitgehend anerkannt (PrSG)

Schweizer Zollfreigrenze und Wertgrenzen

Relevante Freigrenzen und Wertgrenzen für beide Richtungen:

Ausfuhr: DE DE → CH CH

SchwelleRegelung
Bis 1.000 EUR und bis 1.000 kg
Keine Ausfuhranmeldung in ATLAS nötig (formlose Ausfuhr)
Über 1.000 EUR oder über 1.000 kg
Elektronische Ausfuhranmeldung in ATLAS Pflicht → ABD

Einfuhr: CH CH → DE DE

SendungswertZollEUSt
Bis 150 EUR (Sachwert)Zollfrei19 % EUSt fällig
Über 150 EURZollsatz laut EZT (oder 0 % mit Präferenz)19 % EUSt fällig

Einfuhr: DE DE → CH CH

SchwelleRegelung
Bis 300 CHF (Privatreisende)Keine MWST
Über 300 CHFSchweizer MWST (8,1 %) fällig + ggf. Zoll
Gewerbliche SendungenImmer zoll- und mwst-pflichtig

Für gewerbliche Sendungen sind die Freigrenzen in der Praxis irrelevant. Die Werte liegen fast immer über den Schwellen. Im gewerblichen Verkehr wird jede Sendung angemeldet, unabhängig vom Wert. Dafür ist eine EORI-Nummer Pflicht, die Sie kostenlos beantragen können.

Fazit

Warenverkehr mit der Schweiz richtig abwickeln

Die Schweiz ist Drittland – jede Lieferung braucht eine Zollanmeldung. Für die Ausfuhr benötigen Sie die EU-Warennummer und ab 1.000 EUR ein Ausfuhrbegleitdokument. Für die Einfuhr aus der Schweiz fallen EUSt (19 %) und ggf. Zoll an. Das Freihandelsabkommen ermöglicht bei korrektem Präferenznachweis Zollfreiheit für viele Waren. Nutzen Sie den TARES-Code, um die Schweizer Zollkosten Ihres Kunden zu kalkulieren.

ZollSchweizTARESExportImportAusfuhrbegleitdokument

Über den Autor

Tom Bössow
Tom Bössow

Gründer von zolltarifnummer.com

Tom bringt über fünf Jahre Erfahrung im Logistik- und Speditionswesen mit und entwickelt KI-gestützte Lösungen für die Zolltarifierung. Er hilft Unternehmen, die richtigen Zolltarifnummern zu finden und Importprozesse zu optimieren.

Häufige Fragen

FAQ zum Zoll zwischen Deutschland und der Schweiz

Was ist der TARES-Code?

TARES steht für "Tarif d'usage suisse" und ist das elektronische Zolltarif-System der Schweiz. Es enthält alle Schweizer Zolltarifnummern, Zollansätze und Einfuhrregelungen. TARES ist das Schweizer Pendant zum deutschen EZT-Online und kostenlos unter xtares.admin.ch abrufbar. Die ersten 6 Stellen der TARES-Nummer sind identisch mit dem internationalen HS-Code.

Was ist der Unterschied zwischen TARES und TARIC?

TARES ist der Schweizer Zolltarif, TARIC der europäische. Beide bauen auf dem 6-stelligen HS-Code auf, unterscheiden sich aber ab Stelle 7 in der nationalen Untergliederung. Ein weiterer Unterschied: Die Schweiz berechnet Zölle als Gewichtszoll (CHF pro 100 kg), die EU als Wertzoll (Prozent vom Warenwert).

Brauche ich ein Ausfuhrbegleitdokument für die Schweiz?

Ja, wenn der Warenwert 1.000 EUR oder das Gewicht 1.000 kg übersteigt. Das Ausfuhrbegleitdokument (ABD) wird automatisch erstellt, wenn Sie die elektronische Ausfuhranmeldung in ATLAS abgeben. Bei Sendungen unter diesen Schwellen genügt eine formlose Ausfuhr mit Handelsrechnung.

Muss ich Zoll zahlen bei Lieferungen in die Schweiz?

Der deutsche Exporteur zahlt keinen Zoll bei der Ausfuhr. Die Zollabgaben fallen auf der Schweizer Seite an und werden vom Schweizer Importeur getragen. Dank des EU-CH-Freihandelsabkommens können viele Waren zollfrei eingeführt werden, wenn ein Präferenznachweis (EUR.1 oder Ursprungserklärung) vorliegt.

Wie hoch sind die Zollgebühren bei Import aus der Schweiz nach Deutschland?

Bei gültigem Präferenznachweis (EUR.1 oder Ursprungserklärung) beträgt der Zollsatz für die meisten Waren 0 %. Ohne Präferenz gelten die MFN-Zollsätze des EU-Zolltarifs (0–14 %, warenabhängig). Die Einfuhrumsatzsteuer von 19 % fällt unabhängig davon immer an, kann aber als Vorsteuer abgezogen werden.

Welche Dokumente brauche ich für den Export in die Schweiz?

Pflichtdokumente sind: Handelsrechnung mit UID-Nummer des Schweizer Empfängers, Packliste, EU-Zolltarifnummer und bei Sendungen über 1.000 EUR die Ausfuhranmeldung (ATLAS). Für Zollpräferenz: EUR.1-Bescheinigung (ab 6.000 EUR) oder Ursprungserklärung auf der Rechnung (bis 6.000 EUR).

Was ist ein Präferenznachweis und wann brauche ich ihn?

Ein Präferenznachweis belegt, dass eine Ware Ursprungsware der EU ist und damit im Rahmen des EU-CH-Freihandelsabkommens zollbegünstigt oder zollfrei in die Schweiz eingeführt werden kann. Ohne diesen Nachweis zahlt der Schweizer Importeur den vollen MFN-Zollsatz.

Fallen bei Schweizer Sendungen unter 150 EUR Zollgebühren in Deutschland an?

Für Sendungen mit einem Sachwert bis 150 EUR fällt kein Zoll an. Die Einfuhrumsatzsteuer von 19 % muss trotzdem gezahlt werden. Für gewerbliche Sendungen ist diese Freigrenze in der Praxis selten relevant, da die Warenwerte fast immer darüber liegen.

Wie finde ich die Schweizer Zolltarifnummer (TARES-Nummer)?

Ermitteln Sie den 6-stelligen HS-Code Ihrer Ware (z. B. über die KI-gestützte Suche auf zolltarifnummer.com). Schlagen Sie dann in der TARES-Datenbank unter xtares.admin.ch die Schweizer Unterposition nach. Die ersten 6 Stellen sind identisch mit dem internationalen HS-Code.

Ist die Schweiz Teil der EU-Zollunion?

Nein. Die Schweiz ist kein EU-Mitglied und nicht Teil der EU-Zollunion. Alle Warenlieferungen zwischen der EU und der Schweiz unterliegen Zollformalitäten. Es gibt jedoch ein Freihandelsabkommen (seit 1972), das für viele Waren Zollpräferenzen ermöglicht.

Was kostet eine Spedition für Sendungen in die Schweiz?

Die Kosten für die Zollabwicklung durch eine Spedition liegen bei ca. 25–80 EUR pro Ausfuhr- oder Einfuhranmeldung. Dazu kommen Transport- und Versicherungskosten. Paketdienste wie DHL oder UPS berechnen eine Servicepauschale von ca. 10–25 EUR für die Verzollung.

Berechnet die Schweiz Zölle anders als Deutschland?

Ja. Die Schweiz verwendet Gewichtszölle (fester Betrag in CHF pro 100 kg Bruttogewicht), während die EU Wertzölle anwendet (Prozentsatz vom Warenwert). Das bedeutet: Leichte, teure Waren sind in der Schweiz günstiger zu verzollen, schwere, günstige Waren teurer.

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