Zollrechner: Zollgebühren und
Einfuhrabgaben berechnen
Berechnen Sie in wenigen Sekunden, welche Einfuhrabgaben und Zollkosten bei Ihrem Import nach Deutschland anfallen. Unser Zollrechner ermittelt Einfuhrzoll, Einfuhrumsatzsteuer und alle weiteren Abgaben.
Unverbindliche Schnellberechnung basierend auf EU-TARIC-Daten inkl. Antidumping- und Ausgleichszölle. Für eine exakte Zolltarifnummer empfehlen wir unser KI-Klassifizierungstool.
Welche Abgaben fallen bei der Einfuhr an?
Wer Waren aus Drittländern (also von außerhalb der EU) nach Deutschland importiert, muss drei Arten von Abgaben kennen. Je nach Ware und Herkunftsland können unterschiedliche Sätze gelten.
| Abgabenart | Berechnung | Typischer Satz | Wann fällig? |
|---|---|---|---|
Zoll (Drittlandszollsatz) | Zollsatz x Zollwert | 0 % bis 17 % (je nach Ware) | Bei Warenwert über 150 EUR |
Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) | 19 % oder 7 % auf Bemessungsgrundlage (Zollwert + Zölle + ggf. Verbrauchsteuern + innergem. Beförderungskosten) | 19 % (Regelsatz) / 7 % (ermäßigt) | Immer bei Einfuhr aus Drittländern |
Verbrauchsteuern | Je nach Ware | Variabel | Nur bei bestimmten Waren (Tabak, Alkohol, Kaffee, Energie) |
Antidumpingzölle | Je nach Produkt und Herkunftsland | Variabel (z.B. bis 70 % bei E-Bikes aus China) | Nur bei EU-Antidumping-Maßnahmen |
Quellen: zoll.de – Internetbestellungen · zoll.de – Einfuhrumsatzsteuer
Hinweis
Seit dem 1. Juli 2021 gilt: Für Sendungen mit einem Warenwert unter 150 EUR fällt kein Zoll an, wohl aber Einfuhrumsatzsteuer. Die frühere Freigrenze von 22 EUR für die EUSt wurde abgeschafft. Das bedeutet: Auch ein 10-EUR-Paket aus China unterliegt der Einfuhrumsatzsteuer.
Ab 1. Juli 2026: Die EU schafft die 150-EUR-Zollfreigrenze ab. Auf Waren in kleinen Paketen unter 150 EUR wird ein Pauschalzoll von 3 EUR pro Warenkategorie erhoben (vorläufig bis 1. Juli 2028, danach reguläre Zölle).
Zoll berechnen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die Berechnung der Einfuhrabgaben folgt einer festen Reihenfolge. Alle Angaben beziehen sich auf die Einfuhr von Drittlandswaren in die EU (genauer: nach Deutschland).
Schritt 1: Zolltarifnummer ermitteln
Jede Ware hat eine 11-stellige Zolltarifnummer, die den Zollsatz bestimmt. Ohne die korrekte Zolltarifnummer ist keine Berechnung möglich. Sie finden die passende Nummer im Elektronischen Zolltarif (EZT-Online) oder mit unserem KI-gestützten Klassifizierungstool auf zolltarifnummer.com.
Schritt 2: Zollsatz nachschlagen
Der Zollsatz ergibt sich aus der Zolltarifnummer und dem Herkunftsland. Im EZT finden Sie den anwendbaren Drittlandszollsatz. Bei Präferenzabkommen (z.B. EU-Japan EPA, EU-Kanada CETA) kann der Satz auf 0 % sinken.
Schritt 3: Zollwert bestimmen
Der Zollwert ist die Berechnungsgrundlage für den Zoll. Er besteht aus: Warenwert (Kaufpreis laut Rechnung) + Transportkosten bis zur EU-Außengrenze (Ort des Verbringens) + Versicherungskosten. Transportkosten innerhalb der EU zählen nicht zum Zollwert.
Schritt 4: Zoll berechnen
Multiplizieren Sie den Zollwert mit dem Zollsatz. Formel: Zollbetrag = Zollwert x Zollsatz. Bei bestimmten Waren können zusätzlich Antidumpingzölle anfallen.
Schritt 5: Einfuhrumsatzsteuer berechnen
Die Bemessungsgrundlage für die EUSt ist: Zollwert + Zollbetrag + ggf. Verbrauchsteuern + innergemeinschaftliche Beförderungskosten (Transport von der EU-Grenze bis zum Bestimmungsort in Deutschland). Formel: EUSt = Bemessungsgrundlage x 19 % (bzw. 7 % bei ermäßigtem Satz).
Schritt 6: Gesamte Einfuhrabgaben
Addieren Sie alle Abgaben: Zollbetrag + ggf. Antidumpingzölle + ggf. Verbrauchsteuern + Einfuhrumsatzsteuer = Gesamte Einfuhrabgaben. Unternehmen können die EUSt als Vorsteuer beim Finanzamt geltend machen.
Quellen: zoll.de – Bemessungsgrundlage EUSt · zoll.de – Ort des Verbringens · § 11 UStG – Bemessungsgrundlage für die Einfuhr
Tipp
Der erste und wichtigste Schritt ist die korrekte Zolltarifnummer. Nutzen Sie unsere KI, um die passende Tarifnummer zu finden. Im Zweifelsfall können Sie eine verbindliche Zolltarifauskunft (vZTA) beantragen.
Rechenbeispiele Zollabgabenberechnung
Anhand von zwei übersichtlichen Beispielen zeigen wir, wie Sie die gesamten Einfuhrabgaben Schritt für Schritt berechnen.

Beispiel 1: Import von 50 Laptops aus den USA
Ein Unternehmen importiert 50 Laptops (Stückpreis 800 EUR) per Luftfracht nach Deutschland.
Tipp: Laptops fallen unter das Informationstechnologie-Abkommen (ITA) der WTO. Für IT-Produkte wie Computer, Monitore und bestimmte Halbleiter beträgt der Zollsatz 0 %. Trotzdem fällt die Einfuhrumsatzsteuer von 19 % an.

Beispiel 2: Import von T-Shirts aus China
Ein Unternehmen importiert 1.000 T-Shirts aus Baumwolle (Stückpreis 3 EUR) per Seefracht nach Deutschland.
Hinweis: Für Textilien aus China gelten die vollen Drittlandszollsätze (8–12 % je nach Material). Da kein Freihandelsabkommen zwischen der EU und China besteht, gibt es keinen Präferenzzollsatz.
Zollgebühren nach Herkunftsland
Der Zollsatz hängt nicht nur von der Ware ab, sondern auch vom Herkunftsland. Freihandelsabkommen und Präferenzregelungen können den Satz reduzieren oder ganz auf Null setzen.
Zoll USA - Deutschland
Kein Freihandelsabkommen mit EU
Volle Drittlandszollsätze (TARIC)
Seit 2025: Handelskonflikt, zusätzliche US-Zölle auf EU-Waren (Retorsion möglich)
- Lebensmittel/Agrarprodukte: 5-25 %
- Textilien/Bekleidung: 8-12 %
- Maschinen: 1,5-4 %
- Chemie: 3-6,5 %
- Elektronik (ITA): 0 %
- Fahrzeuge: 10 % (Pkw), 22 % (leichte Nutzfahrzeuge)
Zoll China - Deutschland
Kein Freihandelsabkommen
Reguläre Drittlandszollsätze + Antidumpingzölle
Häufig Antidumpingzölle auf strategische Produkte – Details im Leitfaden Zoll China
- Stahl: bis zu 62,3 % Antidumping (Weißblech)
- E-Bikes: bis zu 62,1 % Antidumping + bis zu 17,2 % Ausgleichszoll
- E-Autos (BEV): 7,8-35,3 % Ausgleichszoll (+ 10 % MFN-Zoll)
- Keramik: bis zu 36,1 % Antidumping (Tafelgeschirr)
Zoll UK - Deutschland
EU-UK Trade and Cooperation Agreement (TCA), seit 2021
0 % bei britischem Ursprung mit Präferenznachweis
Seit Brexit (1. Januar 2021) Drittland; Ursprungserklärung (Statement on Origin) auf Handelsdokument erforderlich
Zoll Schweiz - Deutschland
Bilaterale Abkommen EU-Schweiz + PEM
Zollfreiheit bei Schweizer Ursprung
EUR.1 oder Ursprungserklärung auf der Rechnung; gilt nur für Ursprungswaren, nicht Durchfuhr
Zoll Japan - Deutschland
EU-Japan Economic Partnership Agreement (EPA), seit Februar 2019
0 % für viele Waren
Schrittweise Liberalisierung; ca. 99 % zollfrei bis 2034, Pkw seit 2026 zollfrei
Zoll Kanada - Deutschland
CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement), seit 2017
Zollfrei für die meisten Industrie- und Agrarwaren
Nachweis über REX-System (Registered Exporter)
Zoll Südkorea - Deutschland
EU-Korea Freihandelsabkommen, seit 2011
0 % für fast alle Industriewaren
Eines der umfassendsten Handelsabkommen der EU
Zoll Türkei - Deutschland
Zollunion EU-Türkei (Industriewaren)
0 % für Industriewaren
Landwirtschaftliche Produkte von Zollunion ausgenommen, reguläre Drittlandszollsätze
Quellen: TARIC – EU-Zolltarif · EU Trade Defence – Antidumping & Ausgleichszölle · EU-Handelsabkommen
Zoll berechnen: Privat vs. gewerblich
| Kriterium | Privatpersonen | Unternehmen (gewerblich) |
|---|---|---|
Zollanmeldung | Vereinfachte Anmeldung möglich | Elektronische Zollanmeldung (ATLAS) Pflicht |
Freigrenze Zoll | 150 EUR Warenwert | Keine Freigrenze |
Einfuhrumsatzsteuer | Immer fällig (seit 1.7.2021) | Immer fällig, als Vorsteuer absetzbar |
Vorsteuerabzug EUSt | Nein | Ja (EUSt = Vorsteuer nach § 15 Abs. 1 Nr. 2 UStG) |
Paketdienst-Gebühr | 7,50 EUR Auslagenpauschale (DHL/DP) | Entfällt bei Selbstverzollung oder Zollagent |
Typischer Ablauf | Paketdienst rechnet ab und stellt zu | Spediteur/Zollagent erstellt Zollanmeldung |
Häufiger Weg | Online-Bestellung aus China/USA | Geschäftlicher Import über Spediteur |
Tipp
Für Unternehmen lohnt sich die Einfuhr über einen Zollagenten oder Spediteur. Voraussetzung ist eine EORI-Nummer. Die gezahlte Einfuhrumsatzsteuer können Sie als Vorsteuer beim Finanzamt geltend machen (§ 15 Abs. 1 Nr. 2 UStG). Damit ist die EUSt kein echter Kostenfaktor, sondern ein durchlaufender Posten.
5 häufige Fehler bei der Zollberechnung
- Falsche Zolltarifnummer: Die Tarifnummer bestimmt den Zollsatz. Eine falsche Nummer kann zu überhöhten Abgaben oder Nacherhebungen durch den Zoll führen. Bei einer Zollprüfung drohen Nachzahlungen für bis zu drei Jahre.
- Transportkosten nicht eingerechnet: Der Zollwert ist nicht der Rechnungsbetrag. Fracht- und Versicherungskosten bis zur EU-Grenze müssen addiert werden.
- Präferenzabkommen nicht genutzt: Viele Unternehmen zahlen den vollen Drittlandszollsatz, obwohl ein Freihandelsabkommen existiert. Für Waren aus Japan, Kanada, Südkorea oder UK können Sie 0 % Zoll erhalten.
- Antidumping- und Ausgleichszölle übersehen: Für bestimmte Waren aus bestimmten Ländern (vor allem China) erhebt die EU Antidumping- und Ausgleichszölle. Diese kommen zum normalen Zollsatz hinzu und können den Preis drastisch erhöhen.
- Verbrauchsteuern vergessen: Bei Tabak, Alkohol, Kaffee und Energieprodukten fallen neben Zoll und EUSt auch Verbrauchsteuern an.
Einfuhrabgaben berechnen mit unserem Zollrechner
Mit unserem Zollrechner ermitteln Sie in drei einfachen Schritten alle Einfuhrabgaben für Ihre Ware — von Zoll über Einfuhrumsatzsteuer bis hin zu Antidumpingzöllen.
Herkunftsland und Produkt wählen
Wählen Sie das Herkunftsland Ihrer Ware und geben Sie die Zolltarifnummer oder einen Produktnamen ein. Der Rechner erkennt automatisch den passenden Zollsatz.
Warenwert und Frachtkosten eingeben
Tragen Sie den Rechnungsbetrag und die Transportkosten bis zur EU-Grenze ein. Der Rechner ermittelt daraus den Zollwert als Bemessungsgrundlage.
Alle Einfuhrabgaben sofort sehen
Sie erhalten sofort eine vollständige Aufstellung: Zollbetrag, Einfuhrumsatzsteuer und gesamte Einfuhrabgaben — inklusive aller anwendbaren Maßnahmen wie Antidumpingzölle.
Vorteil
Im Unterschied zu einfachen Zollrechnern im Netz kennen Sie bei uns nicht nur den ungefähren Zollsatz, sondern erhalten die exakte 11-stellige Zolltarifnummer. So vermeiden Sie Fehler bei der Zollanmeldung.
Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) bei der Einfuhr
Neben dem Zoll fällt auf fast jede Einfuhr aus Drittländern die Einfuhrumsatzsteuer an. Sie wird auf den Zollwert inklusive des Zollbetrags erhoben und ist damit ein fester Bestandteil jeder Einfuhrabgaben-Berechnung.
Steuersätze
Bemessungsgrundlage
Die EUSt wird nicht nur auf den Warenwert berechnet, sondern auf den gesamten Zollwert plus Zollbetrag plus ggf. anfallende Verbrauchsteuern.
Vorsteuerabzug
Unternehmen können die gezahlte EUSt als Vorsteuer beim Finanzamt geltend machen — die EUSt ist dann kein Kostenfaktor, sondern ein durchlaufender Posten.
Wichtig
Die Einfuhrumsatzsteuer fällt seit dem 1. Juli 2021 ab dem ersten Cent an — die frühere Freigrenze von 22 EUR wurde abgeschafft.
Verbrauchsteuern: Wann fallen zusätzliche Abgaben an?
Für bestimmte Warengruppen fallen neben Zoll und EUSt auch Verbrauchsteuern an. Diese sind unabhängig vom Zollwert und werden nach Menge oder Gewicht berechnet.
| Warengruppe | Steuerart | Beispiel-Steuersatz |
|---|---|---|
Tabakwaren | Tabaksteuer | ca. 12,28 ct/Zigarette + 19,84 % des Kleinverkaufspreises |
Spirituosen | Branntweinsteuer | 13,03 EUR je Liter reiner Alkohol |
Bier | Biersteuer | 0,787 EUR je Hektoliter/Grad Plato |
Schaumwein | Schaumweinsteuer | 136 EUR je Hektoliter |
Kaffee | Kaffeesteuer | 2,19 EUR je kg Röstkaffee |
Energieerzeugnisse | Energiesteuer | Variabel (z.B. 65,45 ct/Liter Benzin) |
Quellen: zoll.de – Tabaksteuer · zoll.de – Alkoholsteuer · zoll.de – Verbrauchsteuern
Warnung
Verbrauchsteuern können den Gesamtpreis einer Einfuhr massiv erhöhen. Bei Tabak und Alkohol machen die Verbrauchsteuern oft den größten Teil der Abgaben aus — nicht der Zoll.
Wann ist die Einfuhr zollfrei?
Es gibt mehrere Fälle, in denen keine oder reduzierte Zollgebühren anfallen:
- Warenwert unter 150 EUR (Privatpersonen): Kein Zoll, aber EUSt fällt an
- Freihandelsabkommen: 0 % Zollsatz bei Waren aus Partnerländern mit Präferenznachweis (Japan, Kanada, UK, Südkorea u.a.)
- Informationstechnologie-Abkommen (ITA): 0 % Zoll für IT-Produkte (Computer, Smartphones, Halbleiter)
- Pharmaerzeugnisse: Viele Medikamente und pharmazeutische Wirkstoffe sind zollfrei
- Rückwaren: Waren die aus der EU exportiert und unverändert zurückkommen (Nachweis nötig)
- Übersiedlungsgut: Bei Umzug aus einem Drittland (Mindestbesitz 12 Monate, Anmeldung beim Zoll)
- Zollaussetzungen: EU-weite temporäre Zollbefreiungen für bestimmte Rohstoffe und Vorprodukte (TARIC prüfen)
Häufig gestellte Fragen zum Zollrechner
Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Zollgebühren, Einfuhrumsatzsteuer und die Berechnung von Einfuhrabgaben
Wie berechne ich Zollgebühren für eine Einfuhr nach Deutschland?
Ermitteln Sie zuerst die Zolltarifnummer Ihrer Ware. Dann multiplizieren Sie den Zollwert (Warenwert + Fracht + Versicherung bis EU-Grenze) mit dem Zollsatz. Auf die Summe aus Zollwert und Zollbetrag berechnen Sie die Einfuhrumsatzsteuer von 19 % (oder 7 %). Die Gesamtabgaben sind Zoll + EUSt + ggf. Verbrauchsteuern.
Ab welchem Warenwert muss ich Zoll bezahlen?
Für Privatpersonen gilt: Ab einem Warenwert von 150 EUR fallen Zollgebühren an. Die Einfuhrumsatzsteuer wird seit dem 1. Juli 2021 ab dem ersten Cent erhoben. Für gewerbliche Importe gibt es keine Freigrenze.
Was ist der Unterschied zwischen Zoll und Einfuhrumsatzsteuer?
Der Zoll ist eine Abgabe auf die eingeführte Ware selbst, abhängig von Warenart und Herkunftsland. Die Einfuhrumsatzsteuer entspricht der deutschen Mehrwertsteuer und wird auf den Zollwert plus Zollbetrag erhoben. Unternehmen können die EUSt als Vorsteuer abziehen, den Zoll nicht.
Wie hoch sind die Zollgebühren für Pakete aus den USA?
Es gelten die vollen Drittlandszollsätze, da kein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA besteht. Der Zollsatz hängt von der Warenart ab: Elektronik (ITA-Waren) 0 %, Textilien 8-12 %, Lebensmittel 5-25 %, Fahrzeuge 10 % (Pkw), 22 % (leichte Nutzfahrzeuge). Dazu kommt immer 19 % Einfuhrumsatzsteuer.
Wie hoch sind die Zollgebühren bei Bestellungen aus China?
Für Waren aus China gelten die regulären Drittlandszollsätze (0-17 % je nach Ware). Bei bestimmten Produkten wie Stahl, E-Bikes oder E-Autos fallen zusätzlich Antidumping- oder Ausgleichszölle an, die den Gesamtzoll auf über 70 % treiben können. Prüfen Sie im TARIC, ob Ihre Ware von Sondermaßnahmen betroffen ist.
Muss ich auf Pakete aus England Zoll bezahlen?
Seit dem Brexit ist Großbritannien ein Drittland. Dank des EU-UK Trade and Cooperation Agreement (TCA) können Waren mit britischem Ursprung zollfrei eingeführt werden, vorausgesetzt, ein gültiger Präferenznachweis liegt vor. Ohne Nachweis gilt der volle Drittlandszollsatz. Die Einfuhrumsatzsteuer fällt in jedem Fall an.
Kann ich die Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer abziehen?
Ja, wenn Sie als Unternehmer eine Ware für Ihr Unternehmen einführen, können Sie die gezahlte EUSt als Vorsteuer nach § 15 Abs. 1 Nr. 2 UStG geltend machen. Als Beleg dient der Einfuhrabgabenbescheid des Zolls.
Was ist der Zollwert und wie wird er berechnet?
Der Zollwert ist die Bemessungsgrundlage für den Zoll. Er setzt sich zusammen aus dem Kaufpreis der Ware plus den Transport- und Versicherungskosten bis zum Ort des Verbringens in das Zollgebiet der EU (z.B. Hafen Hamburg). Der Rechnungsbetrag allein reicht als Zollwert nicht aus.
Welche Waren sind zollfrei?
Zollfrei sind unter anderem: IT-Produkte wie Computer und Smartphones (ITA-Abkommen), viele pharmazeutische Produkte, Waren aus Ländern mit Freihandelsabkommen bei gültigem Präferenznachweis (UK, Japan, Kanada, Südkorea u.a.) sowie Privatpakete mit einem Warenwert unter 150 EUR.
Was sind Antidumpingzölle und wann fallen sie an?
Antidumpingzölle sind Sonderzölle der EU auf Waren, die zu unter dem Marktpreis liegenden Preisen (Dumping) in die EU exportiert werden. Ausgleichszölle richten sich gegen unfaire staatliche Subventionen. Sie betreffen vor allem bestimmte Produktgruppen aus China (Stahl, E-Bikes, E-Autos, Keramik). Die Sätze können bis über 60 % betragen und werden zusätzlich zum normalen Zollsatz erhoben.
Wie finde ich den Zollsatz für mein Produkt?
Den Zollsatz ermitteln Sie über die Zolltarifnummer im EZT-Online (Elektronischer Zolltarif) oder im TARIC der EU-Kommission. Alternativ nutzen Sie unser KI-Klassifizierungstool, das die Tarifnummer automatisch findet und den zugehörigen Zollsatz anzeigt.
Was kostet die Verzollung durch den Paketdienst?
DHL/Deutsche Post berechnet eine Auslagenpauschale von 7,50 EUR für die Zollabwicklung bei Privatsendungen. DHL Express erhebt 2 % der Einfuhrabgaben, mindestens 12,50 EUR pro Sendung. UPS und FedEx haben eigene Gebühren, die oft höher liegen. Bei gewerblichen Importen übernimmt meist ein Zollagent oder Spediteur die Verzollung.
Wie berechne ich Zollgebühren für ein Auto aus den USA?
Für Pkw aus den USA gilt ein Zollsatz von 10 %. Bei einem Fahrzeugwert von z.B. 30.000 EUR plus 2.000 EUR Transportkosten ergibt sich ein Zollwert von 32.000 EUR. Der Zoll beträgt 3.200 EUR (10 %). Die EUSt von 19 % auf 35.200 EUR ergibt 6.688 EUR. Gesamtabgaben: 9.888 EUR. Hinzu kommen ggf. Kosten für TÜV-Anpassung und Homologation.
Was ist der Unterschied zwischen gewerblicher und privater Einfuhr?
Gewerbliche Importeure müssen eine elektronische Zollanmeldung über ATLAS abgeben und benötigen eine EORI-Nummer. Private Importeure können die vereinfachte Zollanmeldung nutzen und haben eine Zollfreigrenze von 150 EUR Warenwert. Der Hauptunterschied für die Kosten: Unternehmen können die Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer zurückholen.
Muss ich für Geschenke aus dem Ausland Zoll bezahlen?
Für Geschenksendungen von Privatperson an Privatperson gilt eine Freigrenze von 45 EUR. Bis zu diesem Wert sind Geschenke zoll- und steuerfrei. Über 45 EUR wird die Sendung wie eine normale Einfuhr behandelt: Zoll ab 150 EUR Warenwert, EUSt ab dem ersten Euro.
Exakte Einfuhrabgaben für Ihre Ware berechnen
Sie möchten die exakten Einfuhrabgaben für Ihre Ware berechnen? Unser KI-gestützter Zollrechner ermittelt die korrekte Zolltarifnummer und berechnet Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und alle Abgaben. Testen Sie unsere Plattform mit 5 kostenlosen Suchen.